Namibia/Südafrika

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SuS
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Namibia/Südafrika

Beitrag: #23914 SuS
Sa Jul 12, 2008 9:33 am

Hallo,

nachdem ich das ganze Forum nach Infos abgegrast habe und so einige Fragen bereits in der Willkommensrubrik beantwortet wurden,möchte ich nun konkret mit Frau und Kind am liebsten nach Namibia,SA wäre dann ja auch noch möglich.

Ich stelle mir eine Mischung aus Farmbewirtschaftung und Dienstleistung im Handwerksbereich (Ausbau,Leichtbau,Maler etc) vor und meine Frau würde gerne im homöopatischen Bereich als Heilpraktikerin arbeiten .

Gerade im Bereich in und um Windhoek stellen wir uns aufgrund der vielen ausländischen Unternehmen eine gute Einstiegsmöglichkeit vor.

Zusätzlich würden wir versuchen Fachausbildung anzubieten.

Die Farmbewirtschaftung könnte als Partnerschaft anfangen um Erfahrungen zu sammeln,spätere Übernahme oder Neuaufbau nicht ausgeschlossen.

Das als Grundinfo. Ich/wir würden uns freuen wenn Ihr, insbesondere Oryx und Nemo etwas dazu sagen könntet.

Grüße ,
SuS

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JPK
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Beitrag: #23939 JPK
Mo Jul 14, 2008 3:42 pm

Um eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung zu bekommen, musst du 2.500.000 Nam$ auf deinem Konto vorweisen können.
Handwerker gibts in WDH genug, die auch zuverlässig sind, durch Deutsche bzw. Burische Unternehmensführung.
Eine Farm zu kaufen ist in Zeiten der Landreform sehr schwer.
Fachausbildung könnt ihr gerne anbieten, nur wird es niemanden interessieren, da ihr höchstens eure eigenen Auszubildenden dann gut ausbilden könntet, dies aber sonst niemand schätzen würde.

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Oryx
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Beitrag: #24043 Oryx
So Jul 20, 2008 12:37 pm

Das ist eben das Problem: Ausbildung hat keinen Wert in Namibia. Wenn Du hier einwandern willst, wird gefragt, wie viele Namibier Du einstellen wirst, nicht wie viele Du ausbilden wirst. Das interessiert leider niemanden, obwohl es bitter nötig wäre.

Farmen kannst Du als Ausländer heutzutage nicht mehr kaufen, kleinere Grundstücke (bis zu ein paar hundert Hektar, was sich als Farm in Namibia nicht rentiert) schon. Es ist jetzt die Frage, was Du unter einer Farm verstehst und was Du darauf machen willst. Für eine Gästefarm reichen auch ein paar Hektar, wenn Du die Farm bewirtschaften willst, brauchst Du ein paar tausend Hektar. 6.000 - 30.000 Hektar sind die normalen Farmgrößen in Namibia. Aber wie gesagt, in der Größe kannst Du als Ausländer nichts kaufen.

Was die Qualtität der Handwerker in Windhoek betrifft, da kann man geteilter Meinung sein. Die unter deutscher Leitung stehenden Firmen sind meist schon in Ordnung, mit einem Briten habe ich letztens eher schlechte Erfahrungen gemacht, und die Buren liegen mir gar nicht. Aber auch da gibt es gute Leute.

Im allgemeinen kann es von den guten Leuten aber nie genug geben. Beispielsweise in einer KFZ-Werkstatt kann man sehr unterschiedliche Erfahrungen machen. Eine gute KFZ-Werkstatt für alle Marken (außer Toyota, da gibt es schon viele) wäre noch eine Marktlücke hier. Ebenso der Bau von preiswerten und guten Bücherregalen. Das nur als Beispiele. Möbel sind generell schlecht und teuer hier in Namibia.

Wichtig wäre, daß Ihr Euch erst einmal um die Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung bemüht (bei der Botschaft in Berlin nach den entsprechenden Formularen fragen) und in Erfahrung bringt, ob Ihr überhaupt eine bekommt. Habt Ihr genug Geld, habt Ihr genug Qualifikationen? Es ist nämlich so, daß man ziemlich viel nachweisen muß für Namibia. Daß die Leute hier im Land meist selbst keine Ausbildung haben, heißt noch lange nicht, daß man nicht als Ausländer am besten gleich zwei Universitätsstudien plus drei Lehrberufe nachweisen muß, um eine Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigung zu bekommen. Alternativ müßt Ihr einfach genug Geld haben, dann geht es auch.

Als Maler (Anstreicher) zu arbeiten stelle ich mir schwierig vor, das machen die Schwarzen hier für ein Butterbrot, dafür braucht man keine Ausbildung. Ebenso werden Häuser gebaut, denn hier in Namibia bedeutet ein Haus bauen nicht viel mehr als ein paar Steine zusammenfügen, Heizungen werden nicht eingebaut, die Fenster bestehen aus hauchdünnem Glas, es gibt keine speziellen Anforderungen für den Hausbau, da werden einfach ein paar Schwarze hingestellt, die die Steine aufeinanderlegen und Mörtel dranschmieren. Die haben auch keine besondere Ausbildung. Etwas anderes ist es natürlich, wenn Du Architekt bist. Solche Leute werden immer gesucht.

Ich weiß nicht genau, was Du mit den "vielen ausländischen Unternehmen" hier um Windhoek meinst. Die Südafrikaner, die Chinesen? Bei denen hast Du als Deutscher keine Chance. Die stellen nur ihre eigenen Leute ein. Bei einer deutschen Firma hast Du als Deutscher wiederum einen Vorteil. Allerdings sind die Namibia-Deutschen anders als die Deutschen in Deutschland, also auch da muß man sich anpassen. Hier läuft alles ein bißchen anders.

Eine gute Voraussetzung wäre natürlich, wenn Du für einen Job eine außergewöhnliche Qualifikation hättest (also nicht gerade Anstreicher), so daß sich ein Arbeitgeber hier in Namibia um ein Arbeitsvisum für Dich bemüht. Er muß dann nachweisen, daß es niemand in Namibia gibt, der das machen kann, aber das wäre in vielen Fällen möglich, denke ich.

Was Homöopathie und Heilpraktiker betrifft: Da gibt es erstaunlich viele hier in Windhoek, besser allerdings ist man als Chiropraktiker dran, denn da rennt jeder zuerst hin, sobald er ein Ziehen oder sonst etwas hat. Bevor man zum Arzt geht, geht man zum Chiropraktiker, davon kann es hier gar nicht genug geben. Sobald ein neuer kommt, ist er innerhalb kürzester Zeit ausgebucht. Ebenso "Biokinetisten". Die werden auch immer gesucht. Und Orthopäden. Davon gibt es hier auch nicht genug.

Das nur mal so als Einstieg. Übrigens: Wie alt ist Euer Kind? Geht es schon zur Schule? Dann müßt Ihr die Gebühren für den Schulbesuch unbedingt einplanen, denn alle guten Schulen sind Privatschulen, für die unterschiedlich viel pro Monat bezahlt werden muß. Pro Monat 180 Euro auf der Waldorfschule, noch einmal soviel für das Internat, falls Ihr nicht so nahe an Windhoek wohnt, daß das Kind jeden Tag geholt und gebracht werden kann, auf der DHPS (Deutsche Höhere Privatschule) kostet der Schulbesuch glaube ich 250 Euro im Monat, ebenso das Internat. Autos sind sehr teuer, vor allem gebrauchte, und man braucht pro Person ein Auto, weil es keinen öffentlichen Nahverkehr gibt. Benzin ist mittlerweile fast genauso teuer wie in Europa, und die Autos hier sind meistens eher Spritfresser als Spritsparer, die meisten Leute fahren große Jeeps oder SUVs. Auf einer Farm braucht man so etwas auch.

Gruß
Oryx

Harry
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Beitrag: #45227 Harry
Sa Dez 03, 2011 5:59 pm

Oryx, das klingt doch interessant, was kostet da denn so der Hektar?

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Oryx
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Beitrag: #45229 Oryx
Sa Dez 03, 2011 6:35 pm

Mit einem Hektar rechnet man hier nicht, so kleine Grundstücke werden hier gar nicht verkauft. :wink: Außer natürlich in der Stadt, um ein Haus drauf zu bauen. Aber es gibt nicht mehr viel Platz in der Stadt, um zu bauen.

Aber man kann schon kleinere Plots bekommen, so 5 Hektar groß, also quasi ein Handtuch. Aber da kommt es sehr darauf an, wo man so einen Plot kaufen will. Hier in der Nähe von Windhoek ist es relativ teuer, natürlich auch am Meer, um Swakopmund oder Walvis Bay herum. Im Norden oder irgendwo, wo keine Stadt in der Nähe ist, kostet es natürlich weniger. Aber davon darf man sich nicht täuschen lassen. Denn wenn du am Rande der Kalahari wohnst, musst Du für jeden Einkauf 300 km nach Windhoek fahren, das kostet Benzin, Öl, was ein Auto eben so braucht, und Du musst alles, was Du auf der Farm essen willst, was Du ansonsten brauchst, immer aus Windhoek holen. Das ist alles sehr aufwendig und teuer.

Ich kann Dir leider nicht sagen, was ein Plot ohne Haus darauf kostet. Aber ich habe mich mal nach Plots mit Häusern drauf umgesehen, und da bekam ich ein Angebot so um die 3 Mio Namibia-Dollar. Der Plot war 5 Hektar groß, aber da gab es schon alles, es war ein schönes Haus, Wasser, Elektrizität, Internet, eine Menge Springböcke, Pfauen, sonstige (Wild)-Tiere. Sehr schön.

Dann weiß ich, dass hier ca. 15 km von Windhoek entfernt die Baugrundstücke auf der Farm Finkenstein für ab ca. 1 Mio verkauft wurden. Die waren dann allerdings auch kleiner. Das war ja dann auch kein Farmland mehr, sondern Bauland. Die Grundstücke auf Finkenstein waren unbebaut, das heißt, zu dem Preis musst Du dann noch die Kosten für den Hausbau etc. dazurechnen. Kommt wahrscheinlich darauf an, ob Du selbst was machen kannst, wie teuer das Haus dann wird. Allerdings lebt man da dort dann zwar schon etwas außerhalb, aber quasi wie in einer Vorstadt.

36510
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Beitrag: #45238 36510
Mo Dez 05, 2011 2:12 am

Oryx hat geschrieben: Denn wenn du am Rande der Kalahari wohnst, musst Du für jeden Einkauf 300 km nach Windhoek fahren, das kostet Benzin, Öl, was ein Auto eben so braucht, und Du musst alles, was Du auf der Farm essen willst, was Du ansonsten brauchst, immer aus Windhoek holen. Das ist alles sehr aufwendig und teuer.


Na, das waere doch schon eine Geschaeftsidee: mit einem Verkaufswagen durch die Lande tingeln und Lebensmittel / Waren des Alltagsbedarfs anbieten.

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Oryx
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Beitrag: #45315 Oryx
Di Dez 13, 2011 9:13 pm

Ist nur die Frage: Wem verkaufen? Die Farmen sind 10000 - 30000 Hektar groß. Da musst Du schon ganz schön weit fahren von einer Farm zur nächsten. ;) Aber grundsätzlich gibt es schon so fahrende Verkäufer, allerdings mehr für die Schwarzen als für die Weißen.

Dennoch denke ich, das Problem ist einfach die Größe des Landes. Da fährt man 500 km zum "Nachbarn". Wenn ich da in Windhoek etwas einkaufe, muss ich mir ja praktisch einen Kühlwagen zulegen, damit das nicht alles verdirbt. Und so ein Wagen ist teuer. Wie soll man das finanzieren? Wenn unterwegs was kaputt geht, steht man auch ziemlich einsam in der Wüste usw. Also ich denke, das ist schon ein ziemliches Risiko, ein ziemlicher Aufwand und eine große Investition.

Peter Silio
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Beitrag: #50662 Peter Silio
So Jul 28, 2013 11:36 pm

Hi
Ich stimme Oryx zu. btw: klasse Oryx, so detaillierte Antworten!!!
Auch wenn der interessierte seit nem halben jahr nix mehr wissen wollte ;)

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henry
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Beitrag: #50663 henry
So Jul 28, 2013 11:47 pm

Peter Silio hat geschrieben:Auch wenn der interessierte seit nem halben jahr nix mehr wissen wollte ;)


naja, seit Dezember 2011 ist ja eigentlich schon ein kleines bisschen laenger als ein halbes Jahr :roll:
Gruesse Henry

Peter Silio
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Beitrag: #50666 Peter Silio
Mo Jul 29, 2013 2:32 am

henry hat geschrieben:
Peter Silio hat geschrieben:Auch wenn der interessierte seit nem halben jahr nix mehr wissen wollte ;)


naja, seit Dezember 2011 ist ja eigentlich schon ein kleines bisschen laenger als ein halbes Jahr :roll:


hmmmm - ich lese:
Verfasst am: Di Dez 13, 2011 10:13 pm

LOL - ich bin über die 13 gestolpert ^^
OK, thx

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Oryx
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Beitrag: #50670 Oryx
Mo Jul 29, 2013 8:36 am

Ich habe mich auch gerade gewundert, dass nach so langer Zeit auf dieses Thema jetzt noch einmal eine Antwort kam. :)

Mell
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Beitrag: #53667 Mell
Di Apr 08, 2014 7:13 pm

Liebe/r Oryx,

ich lese gerade total interessiert all die Beiträge hier im Forum, denn ich bin seit kurzem absolut geflasht von Namibia - dem Land und den Leuten, die ich kennen gelernt habe.

Ich bin mir nicht sicher, ob es daran liegt, dass ich Touri war oder ist die Mentalität generell dort so?

Wie bist Du denn nach Namibia gekommen oder alle anderen, die dorthin von Deutschland aus ausgewandert sind?

Könnt ihr nicht mal Eure Geschichten erzählen?

Oder seid ihr dort geboren?

Wenn ich das richtig lese, seid ihr dort ganz glücklich. Mit welchem Job?

Wie seht ihr die Deutschen von Namibia aus?

VG
Mell

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Oryx
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Beitrag: #53668 Oryx
Di Apr 08, 2014 7:27 pm

Es stehen doch schon unheimlich viele Geschichten hier im Forum, die einen Teil Deiner Fragen beantworten. Ich möchte das ehrlich gesagt nicht alles wiederholen. :)

Allerdings ist die Sicht als Tourist immer anders - in jedem Land - als die Sicht derjenigen, die hier leben, egal, ob sie hier geboren sind oder nicht.

Ich weiß nicht genau, was Du mit Mentalität meinst. Da müsstest Du näher erklären, was Dich daran so begeistert hat und was für Leute Du kennengelernt hast. Schwarz, farbig, weiß, Stammesangehörige, Stadtmenschen, Tour Guides, namibische Geschäftsleute? Deutsch-Namibier, Buren, Afrikaner (sprich: der Stamm von Jonker Afrikaner), hier eingewanderte Menschen aus Europa oder aus Afrika? Es gibt so viele unterschiedliche Menschen hier und so viele unterschiedliche Mentalitäten.

Und ja, Du siehst das richtig: Wir sind hier sehr glücklich. 8) Der Job ist eigentlich egal. Man kann hier fast alles machen, was man möchte, weil an allem Bedarf besteht.

Wie die Deutschen (Du meinst vermutlich die Deutschen in Deutschland?) von Namibia aus gesehen werden, ist sehr unterschiedlich. Auch das hängt wieder vom Hintergrund ab.

Mell
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Beitrag: #53669 Mell
Di Apr 08, 2014 7:48 pm

na, dann lese ich erst mal alle anderen Berichte und komme mit konkreten Fragen noch mal zurück :)

GuardOfEllisIsland
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Re: Namibia/Südafrika

Beitrag: #59478 GuardOfEllisIsland
Fr Jan 06, 2017 1:48 pm

Meine Familie stammt aus Südafrika und ist nach und nach nach Schottland und Australien ausgewandert. All die Gewalt in der Region rund um Durban, persönliche Gewalterfahrungen mit Überfällen oder Highjacking haben zu viel Angst gesät, als dass das Leben dort noch lebenswert gewesen wäre.
Ist das in Namibia auch so? Wie sieht es dort mit Überfällen und Gewaltverbrechen aus?
Nur Reisen ist Leben wie umgekehrt das Leben Reisen ist. --- :wi12: Jean Paul


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