Paar geht mit Mitte 30 in Rente, um zu reisen

immer mal wieder eine neue Umfrage...

Moderator: Moderatoren

Finanzielle Unabhängigkeit möglichst früh, ein Leben ohne Arbeit, ist das mein Traum?

Ja, unbedingt
5
50%
Ich weiß nicht
0
Keine Stimmen
Wenn man genug sonstige Beschäftigung hat
3
30%
Kann mir ein Leben ohne Arbeit nicht vorstellen
2
20%
 
Abstimmungen insgesamt: 10

makis

Beitrag: #57131 makis
Di Apr 07, 2015 4:47 pm

orly hat geschrieben:Wie gut das Menschen verschieden sind.[...]Toleranz ist in diesem Fällen einfach die Fähigkeit diese Verschiedenheiten ohne Wertung anzuerkennen.


Da kann ich dir nur zustimmen.
Hehe, und mit unseren Kunden ist es wie mit vielen Menschen: dass sie zufrieden sind, sehen wir hauptsächlich daran, dass sie sich nicht beschweren :lol:
Oder, wie man in Bayern sagt: "Nix g'sagt is g'lobt gnua"
:mrgreen:

(Naja, und daran dass sie uns weiterempfehlen natürlich)

Gute Gemälde können ja auch eine Wertanlage sein...

IslaDelEncanto
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Beitrag: #57144 IslaDelEncanto
Mi Apr 08, 2015 10:41 pm

Wäre für mich langweilig.... ich hatte bzw hätte immer noch die Chance, 2 x im Jahr für jeweils paar Wochen zu arbeiten, und die restliche Zeit zu reisen. Selbst wenn ich mit Partner reisen würde - ich selbst fühle mich nur dann "erfüllt", wenn ich etwas tue was sich für mich so anfühlt als ob es einen Sinn hat. Ich muss einfach meinen Beitrag leisten... Ich sag nicht, dass es für jeden so ist. Ich habe jedoch einige Monate reisen hinter mir.. musste nicht arbeiten etc - mir wurde langweilig. Liegt sicher auch daran, wie man es gestaltet... aber ich brauch nach ein paar Tagen "reisen" einfach wieder das Gefühl, etwas geleistet zu haben.

Jungle
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Beitrag: #57145 Jungle
Do Apr 09, 2015 1:40 am

IslaDelEncanto hat geschrieben:aber ich brauch nach ein paar Tagen "reisen" einfach wieder das Gefühl, etwas geleistet zu haben.


Deshalb also dieser Beitrag hier, verstehe :-P

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Oryx
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Beitrag: #57165 Oryx
Sa Apr 11, 2015 8:59 am

makis hat geschrieben:Keiner von uns hat eine Uhr.

Das ist der größte und der wahre Reichtum. Auch wenn man in Afrika manchmal denkt, der eine oder andere könnte mal etwas pünktlicher sein - besonders der dunkle Teil der Bevölkerung. Aber die haben den Luxus, keine Uhr haben zu müssen, schon lange. Obwohl wir uns oft darüber aufregen: In Wirklichkeit ist es doch richtig, sich nicht von Uhrzeiten verrückt machen zu lassen.

Das Fürchterlichste für mich ist, wenn ich tausend Termine habe, wenn ich morgens aufstehen muss, bevor ich überhaupt richtig wach bin, wenn ich das Haus verlassen muss. Wenn ich - statt das tun zu können, was ich möchte - an irgendwelche von außen kommenden Vorgaben gebunden bin. Zeit ist der größte Luxus, den man haben kann.

Womit man diese Zeit gern verbringt, das ist sicher individuell verschieden. Ein Leben ohne Arbeit wäre für mich eine Horrorvorstellung, ein Leben auf Reisen ebenso. Ich möchte das, was ich brauche und was ich mag, um mich haben, an einem Ort, an dem ich mich wohlfühle. Ich habe noch nie verstanden, warum man in der Weltgeschichte herumreist. Wenn es mir irgendwo gefällt, dann möchte ich da wohnen und leben. Warum irgendwo hinfahren, wenn man dann doch wieder weg muss?

Ich bin vergleichsweise oft umgezogen in meinem Leben, weil ich eben dort wohnen wollte, wo andere Urlaub machen bzw. wo es mir gefiel. Jetzt wäre ich ganz froh, wenn ich nicht mehr umziehen müsste, weil ich alles habe, was ich brauche. Wenn mich äußere Umstände nicht dazu zwingen wegzugehen, bleibe ich hier bis an mein Lebensende. 8)

Ein gewisses Geldpolster ist natürlich nötig, wenn man frei leben will, aber ehrlich gesagt: Wenn ich schon mit 22 finanziell unabhängig geworden wäre, dann wäre ich nach der ersten Freude über diese Unabhängigkeit depressiv geworden. Zum Nichtstun muss man auch die entsprechenden Gene haben. Die habe ich nicht. Natürlich kann man sich daran erfreuen, Ölbilder zu sammeln, aber das ist weder eine Beschäftigung noch eine Leistung. Es ist einfach nur Zeit totschlagen. Das ist für mich auch eine Horrorvorstellung.

Anerkennung - auch Neid - habe ich schon eine Menge erfahren, aber ich denke, nichts davon wäre passiert, wenn ich mit einem goldenen Löffel im Mund geboren worden wäre. Ich habe mir das erarbeitet.

Was ist man ohne Arbeit? Gar nichts. Wenn einen jemand im nächsten Moment von dieser Erdoberfläche wegpustet, wer würde einen dann vermissen oder was für ein Unterschied wäre das, wenn man nichts leistet und nichts zu irgendeinem Teil der Gesellschaft beiträgt? Wenn man faul herumsitzt und sich nur amüsiert?

Nein, das könnte ich mir nicht vorstellen. Für mich war es immer wichtig, für mich selbst zu arbeiten und nicht für andere. Nicht jeden Morgen um eine bestimmte Uhrzeit irgendwo sein zu müssen (das habe ich schon gehasst, als ich noch in die Schule ging). Mir nicht von anderen vorschreiben zu lassen, was ich zu tun und zu lassen habe. Darauf habe ich hingearbeitet. Und auch wenn man nie hundertprozentig frei sein kann, habe ich doch jetzt eine Freiheit, die ich mir früher nie hätte vorstellen können. Ich kann zu jedem nein sagen, wenn ich das nicht will, was er möchte. Ich bin nicht davon abhängig, dass mir irgendjemand ein Gehalt zahlt oder dass ich überhaupt einen Job habe. Ich bin nur von meiner eigenen Leistung abhängig. Bzw. alles, was ich habe, habe ich mir durch meine eigene Leistung verdient, jeden Pfennig. Das ist schon ein gutes Gefühl.

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Siggi!
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Beitrag: #57172 Siggi!
Sa Apr 11, 2015 10:29 am

Oryx hat geschrieben:In Wirklichkeit ist es doch richtig, sich nicht von Uhrzeiten verrückt machen zu lassen.

Da hast Du recht. Ich sage nichts über ein Viertelstündchen, aber mit brutalen Verspätungen habe ich Probleme.

Da haben wir ein Essen vorbereitet und warten schon 1 Stunde auf den Besuch, der nicht kommt und nicht anruft. Das Essen verkocht derweil so langsam.

Ich bin in solchen Situation rigoros. Nach 1 Std. verlassen wir das Haus. Kommt der Besuch dann noch später, steht er vor verschlossener Tür. Solche Leute werden nicht mehr zum Essen eingeladen.

Wir stehen morgens (für unsere Verhältnisse) früh auf und begeben uns zum Treffpunkt mit einem Handwerker, der sich überhaupt nicht blicken lässt. :evil: Da hätte ich dann auch noch ein wenig länger schlafen können.

Wenn ich an diese Erlebnisse denke, dann ist mir die deutsche Verlässlichkeit schon lieber.

Gruß
Siggi

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Oryx
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Beitrag: #57174 Oryx
Sa Apr 11, 2015 11:03 am

Ja, das stimmt. Es ist auch kein Wunder, dass die Leute hier in Afrika nichts auf die Beine gestellt haben, was sich mit Europa vergleichen ließe. Alles, was sie heute haben, haben sie durch die Kolonialmächte. Sonst gäbe es hier praktisch nichts.

Grundsätzlich ist ja nichts dagegen zu sagen, wenn man sich nicht so anstrengen will, aber Afrika ist ein gutes Beispiel dafür, was dabei herauskommt. Ist eben die Frage, ob man das will oder nicht. Ein ruhigeres Leben ist es allemal. Schlimm wird es dann nur, wenn sie meinen, wir Weißen wären alle so "reich", weil uns das wie im Schlaraffenland in den Mund geflogen wäre. Weil sie sich nichts anderes vorstellen können. Für sie gibt es keinen Zusammenhang zwischen Arbeit, Ausbildung, Leistung und Geld.

Deshalb meinen sie dann auch, dass die Weißen ruhig alles bezahlen können. Das ist dann schon ziemlich übel manchmal. Geld fällt einfach so vom Himmel (sie beten jeden Sonntag in der Kirche dafür. In diesen Gebeten kommt "Leistung" oder "Arbeit" nicht vor, nur "Ich will mehr Geld"), und deshalb sollen die Weißen sich nicht so haben, denjenigen, die nur faul herumsitzen, etwas abzugeben.

Warum es ein Problem ist, wenn man Stunden später zum Essen kommt, würden sie auch nicht begreifen. Das hat eben keine Bedeutung für sie. Im Grunde genommen sind ihnen andere Menschen nicht wichtig, nur die eigenen Bedürfnisse. Das geht schon bei den eigenen Kindern los, um die sie sich nicht kümmern, und das geht das ganze Leben so weiter.

Wilbert
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Beitrag: #57182 Wilbert
Sa Apr 11, 2015 1:12 pm

Zitat Oryx: "Ein Leben ohne Arbeit wäre für mich eine Horrorvorstellung"

Du arbeitest ja anscheinend nicht mehr des Geldes wegen. Sonst muesstest du ja arbeiten und man brauchte das Zitierte nicht zu diskutieren.

So, wenn du also arbeitest, weil ein Leben ohne Arbeit fuer dich eine Horrorvorstellung waere - tja, Oryx, dann bist du mit dir selbst nicht im Reinen.

Du arbeitest sozusagen aus Angst vor dir selbst.

Denk mal drueber nach.

Ich arbeite uebrigens schon lange nicht mehr - und komme BLENDEND zurecht. Mein Leben hat genau die richtige Mischung zwischen Essen und Trinken, Sex, Bewegung (bei mir ist es das Radfahren und das Schwimmen im Meer), Lesen, Filme- und Nachrichten-Gucken (ja, Oryx, Nachrichten aus Deutschland, die lade ich mir taeglich aus dem Internet), im Internet Rumdiskutieren und und und....

In einem stimme ich aber mit dir ueberein: Ich brauche das Reisen genau so wenig wie du. Wenn es mir irgendwo gefaellt, dann bleibe ich da. Und "warm" wird man da dann auch erst nach etwa 5 Jahren. und die habe ich an meinem jetzigen Wohnort hinter mir - und umso mehr gefaellt es mir nun da.

Wenn ich aber mal weg wollen wuerde, dann wuerde ich weggehen. Aber ich will halt (derzeit) nicht....


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